Kunsttherapie
ist eine besondere Form der Kommunikation


Kunst findet (fast) ohne Worte statt und ist trotzdem eine Form von Sprache, die aufrütteln kann; schmunzeln lässt; traurig, wütend oder glücklich machen kann. Sie berührt den einen, der sie verwendet und den anderen, der sie (zeitlich verzögert) ansieht.

Wer Kunst macht, ist konfrontiert mit sich selbst, ist allein im Dialog mit der Leinwand, dem ungeformten Material, dem zuerst „leerem“ Blatt Papier. Das kann beängstigend sein, aber auch beglückend – denn dieses Alleinsein wird zur Begegnung mit sich selbst und mit dem Bild, welches entsteht. In der Kunsttherapie wird genau dieser Prozess des inneren Dialogs genutzt – aber er wird von der Kunsttherapeutin begleitet. Es entstehen mehrere Beziehungen: zwischen dem Künstler und seinem Bild, zwischen dem Bild und der Kunsttherapeutin (die es betrachtet) und schließlich direkt zwischen dem Künstler/Patienten und der Therapeutin.

Der „Umweg“ über das Bild bestimmt die Kommunikation zwischen Patient und Therapeut und kann diese erheblich erleichtern. Manchmal ermöglicht Kunsttherapie überhaupt erst den Kontakt zu einem Menschen.Die Kunsttherapeutin stellt einen besonderen Raum her, in dem ohne Leistungsdruck künstlerisches Material getestet und ausprobiert werden kann. Die entstandenen Werke (Bilder, Zeichnungen, Objekte) werden von der Kunsttherapeutin für die Dauer der Kunsttherapie in einer Mappe oder einem Karton aufbewahrt. Dies vermittelt Sicherheit, Stabilität und Achtung.Bewusste und unbewusste Gefühle, Gedanken und Phantasien können nach außen, auf ein Bild projiziert (abgebildet) werden. Auf diese Art kann leichter ein distanzierter Standpunkt eingenommen und Konflikte können deutlicher wahrgenommen werden. Mögliche Lösungen oder verborgene Ressourcen „zeichnen“ sich ab. Das Bild, eine Bild-Idee, eine Farbe, ein Material oder der Prozess selbst können die Funktion eines Symbols übernehmen – d.h. sie erlangen eine emotionale Bedeutung. Das entstandene Kunstwerk kann angesehen und berührt werden und weist eine gewisse Beständigkeit auf. Jeder selbst gesetzte Strich auf das Blatt, jede selbst formulierte Bildersprache stärkt das Vertrauen in die Selbstheilungskräfte. Sich ausdrücken zu können, dabei gesehen und verstanden zu werden, begünstigt das Entstehen von Identität und von einem guten Gefühl des Selbstwertes.

Ich arbeite auf der Basis einer psychodynamisch orientierten Ausbildung, d.h. ich nutze Elemente der Psychoanalyse und der tiefenpsychologisch fundierten Psychotherapie. Ich kombiniere diese mit Methoden aus der Verhaltenstherapie und Erkenntnissen der Traumatherapie – immer angewandt und übersetzt in ein klares kunsttherapeutisches Setting. Wichtig sind mir die Eingebundenheit in ein therapeutisches Team und die stetige Auseinandersetzung in der Inter- bzw. Supervision. Ich arbeite mit Gruppen und Einzelpatienten.

Uta von Essen

Diplom-Kunsttherapeutin / Master of Arts in Art Therapie / PITT Traumatherapeutin